Der lesbische Liebesroman So schnell mein Herz schlägt ist das dritte Buch der australischen Autorin Cheyenne Blue, das vom Ylva Verlag ins Deutsche übersetzt wurde. Ihre bisher erschienen Bücher waren Teil ihrer Girl-Meets-Girl Serie, und spielten sowohl in London als auch im australischen Outback. Ihr neues Buch spielt in und um Sydney und gehört nicht zu der Serie. Diese wird später im Jahr fortgesetzt.

Wir hatten die Gelegenheit, der Autorin ein paar Fragen zu stellen:

1) Kannst du kurz für uns zusammenfassen, worum es in deinem lesbischen Liebesroman So schnell mein Herz schlägt geht?

Es ist die Geschichte der alleinerziehenden Mutter Nina, die eine Farm am Rande von Sydney, Australien, betreibt. Die Banksia Farm ermöglicht es Stadtkindern, das Leben auf dem Land kennenzulernen. Als ein Kind verletzt wird und ein Gerichtsverfahren droht, setzt Nina alles daran, den bestmöglichen Rechtsbeistand für sich zu gewinnen.

Leigh ist Partnerin in einer großen Anwaltskanzlei in Sydney. Sie würde Nina gerne helfen, aber Nina hat nicht das Geld, um sie zu bezahlen. Allerdings machen Nina und ihre zwölfjährige Tochter Phoebe es Leigh nicht leicht, diesen Fall abzulehnen.

So schnell mein Herz schlägt ist eine lesbische Liebesgeschichte über Gegensätze, eine Romanze zwischen einer wohlhabenden und einer armen Frau. Die Geschichte spielt zum Teil in Sydney und zum Teil auf dem Land. Es gibt Tiere, Kinder und eine Rechtsanwaltsgehilfin, die zu Unfällen neigt. Im Mittelpunkt steht aber der Kampf für die Rettung einer besonderen Farm.

 

2) Über welche Themen schreibst du in deinen LGBT+ Büchern am liebsten?

Abgesehen von Frauen, die sich ineinander verlieben?

Ich beschreibe gerne den Schauplatz oder die Situation genau, die den Hintergrund der Romanze bildet; genauso gern wie die eigentliche romantische Handlung.

So schnell mein Herz schlägt von Cheyenne BlueIn So schnell mein Herz schlägt baut die Beziehung von Leigh und Nina zum Beispiel langsam auf der dringenden Notwendigkeit auf, die Banksia Farm zu retten. Die Farm definiert Nina, und neben ihrer Tochter Phoebe ist sie das Wichtigste in ihrem Leben. Deshalb setzt Nina natürlich alles daran, die Farm zu retten. Leigh ist zwar ein wichtiger Teil davon, aber wenn es um die Wahl zwischen Leigh und der Farm geht, was wird Nina dann an erste Stelle setzen?

Generell schätze ich es, meine Figuren in Situationen zu bringen, in denen es ein sehr reales Hindernis für ihre Romanze gibt, einen äußeren sowie einen inneren Konflikt. Und die Protagonistinnen müssen einen Weg finden, trotz allem zusammen sein zu können. Und ja… natürlich gibt es immer ein Happy End. Der Weg dahin ist aber alles andere als einfach.

 

 

3) Die Farmbesitzerin Nina und die Rechtsanwältin Leigh haben sehr unterschiedliche Persönlichkeiten und sie leben völlig gegensätzliche Leben. Was gefällt dir an diesen beiden unterschiedlichen Protagonistinnen am besten?

Obwohl Nina am Rande der größten Stadt Australiens lebt, ist sie im Grunde ein Mädchen vom Lande. Sie ist warmherzig und fürsorglich, ob es nun um ihre Tochter Phoebe geht oder auch ihre Wahlfamilie von Kindern und Freiwilligen, für die die Farm auch unglaublich wichtig ist. Ich liebe an Nina, dass sie nie ihre idealistische Seite verliert, auch wenn es ihre fürsorgliche Art ist, die sie überhaupt erst in eine schwierige Situation gebracht hat.

Leigh ist auf ihre eigene Art auch eine fürsorgliche Person. Sie ist Anwältin geworden, weil sie das Leben anderer Menschen verbessern wollte – aber im Laufe der Jahre wurde sie in die kalte Welt des Versicherungsrechts hineingezogen. Während ihr Leben oberflächlich betrachtet perfekt ist, fehlt ihr etwas. Und Leigh ist ehrlich genug zu sich selbst, um zu erkennen, was oder wer das ist.

Beide Charaktere sind auf unterschiedliche Weise stark. Während ihnen das Leben Steine in den Weg legt, sind sie beide bereit, für das zu kämpfen, was ihnen wichtig ist.

 

4) Du hast in vielen verschiedenen Ländern gelebt, aber die meisten deiner Bücher spielen in Australien. Wieviel Australien steckt in deinen queeren Büchern?

Ich bin die Art von SchriftstellerIn, die über Orte schreibt an denen sie lebt. Deshalb spielen im Moment alle meine Bücher in Australien. Wenn ich zum Beispiel in den Vereinigten Staaten wäre, würde es mir sehr schwer fallen, über die australische Landschaft zu schreiben oder die Landessprache zu verwenden. Keine Ahnung warum mein Gehirn und meine Muse so funktionieren.

Und, ich liebe Australien! Natürlich laufen die Dinge im Moment wegen der Covid-19-Sperre anders, aber in normalen Zeiten liebe ich den Outdoor-Lebensstil, den ich hier habe. Ich liebe es, einen Garten zu haben, in dem ich viel von dem anbauen kann, was ich esse. Und ich liebe den entspannten, trockenen Humor, den die Menschen hier haben. Vor allem aber liebe ich den Freiraum. Ich wohne in einer Regionalstadt, und zehn Minuten von meinem Haus entfernt kann ich im Busch spazieren gehen oder durch das offene Land fahren.

Natürlich gibt es auch Nachteile: die intensive Hitze und Feuchtigkeit eines subtropischen Sommers, die hohen Kosten für einige Dinge (Bücher sind z.B. unglaublich teuer!), und ja, einige der Wildtiere können etwas nervenaufreibend sein (gestern hatte ich eine kleine, rot-schwarze Schlange im Gemüsegarten. Niedlich, aber sehr giftig).

Das australische Outback ist ein besonderer Ort: rau, abgelegen, unendlich schön für diejenigen, die es zu schätzen wissen. Ich liebe es, campen zu gehen und kein künstliches Licht und keine Scheinwerfer zu sehen, nur die leuchtenden Sterne. Und die sind wirklich unglaublich beeindruckend. Viel von dieser Liebe zum Outback und seinen Bewohnern und seiner Landschaft kommt in meinen Büchern zum Ausdruck.

5) Lässt du dich gewöhnlich von Menschen inspirieren, die du im wirklichen Leben kennst oder entstammen deine Charaktere ausschließlich deiner Vorstellung?

Keiner meiner Charaktere basiert jemals vollständig auf jemandem, den ich kenne – es wäre sehr unangenehm, wenn eine solche Person irgendwann zufällig das Buch liest und sich wiedererkennt! Ich nehme jedoch winzige Teile von Menschen und baue sie in eine Figur ein. In So schnell mein Herz schlägt ist zum Beispiel Ninas Geduld mit ihrer Tochter Phoebe von der Art inspiriert, wie eine Freundin von mir mit ihrer manchmal etwas giftigen Tochter umgeht.

Vor vielen Jahren, als ich ein Teenager war, habe ich Kindern mit dem Down-Syndrom das Reiten beigebracht, und die Nebenfigur Edwina greift auf diese Erinnerungen zurück. Und in der Figur Grizz, die Leighs Rechtsanwaltsgehilfin ist, steckt ein Teil von mir selbst, da mein Tagesjob im Grunde auch ihr Tagesjob ist. Ich bin so ungeschickt wie Grizz, aber nicht ganz so unfallanfällig.

 

Cheyenne Blue hat in Großbritannien, Irland, den Vereinigten Staaten und der Schweiz gelebt. Jetzt aber verbringt sie ihre Zeit am liebsten am Strand von Queensland, Australien und genießt die Schönheit ihres neuen Heimatlandes.

So schnell mein Herz schlägt ist ihr dritter deutscher Lesbenroman. Weitere Übersetzungen werden folgen.

Autorin Cheyenne Blue im Interview

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