Anlässlich der Veröffentlichung ihrer Novelle Hot Line im Taschenbuchformat, haben wir die Autorin Alison Grey interviewt und ihr ein paar Fragen zu ihrem Schreibprozess gestellt.

Erst einmal vielen Dank, dass Sie sich die Zeit nehmen, unsere Fragen zu beantworten.

Seit wie vielen Jahren schreiben Sie und wie kamen Sie dazu?

Ich habe mit dem Schreiben angefangen, als ich zehn war. Zu Anfang nur Gedichte und Kurzgeschichten. Als Teenager gab es Zeiten, in denen ich jahrelang nichts schrieb. Erst als ich Ende zwanzig war, entdeckte ich meine große Liebe zum Schreiben neu. Ab da begann ich, es ernster zu nehmen.

Warum schreiben Sie und was bedeutet Ihnen das Schreiben?

Es bedeutet mir jetzt sehr viel. Ich schreibe nicht jeden Tag. Dazu habe ich einfach nicht immer die Möglichkeit, aber wenn ich dann mal schreibe, bin ich in meiner eigenen Welt. Einerseits macht es Spaß, andererseits ist es eine Herausforderung. Das Schreiben ernst zu nehmen bedeutet, niemals auf der Stelle zu treten. Als Autorin muss man sich permanent weiterentwickeln und das liegt mir.

Wie würden Sie sich selbst beschreiben?

Ich bin eine komplexe Person. Man könnte mich als kreativ, chaotisch, aber auch ordentlich beschreiben. Das passt alles. Ich bin ehrlich, humorvoll und arbeite hart. Aber das Wort, das mich am besten beschreibt, ist authentisch. Ich versuche nicht, jemand anderes zu sein. Mich als Freundin zu haben, bedeutet, immer auf mich zählen zu können und dass es riskant sein kann, nach meiner Meinung zu fragen, wenn man nicht bereit ist, eine ehrliche Antwort zu bekommen.

 Wie lange brauchen Sie gewöhnlich, um ein Buch/eine Geschichte zu schreiben?

Die Frage ist schwierig zu beantworten: Es kommt drauf an. Es kommt auf die Geschichte an, die ich erzähle, die Zeit, die ich zum Schreiben habe, ob ich noch an anderen Projekten arbeite und wie gut ich mich auf die Geschichte konzentrieren kann. Um Ihnen eine Vorstellung zu geben: Den ersten Entwurf meines Romans „Zwei Seiten“ habe ich in etwa vier Wochen geschrieben und danach neun Monate lang überarbeitet. Ein anderes Beispiel: Ich schreibe jetzt seit etwa drei Jahren an einem historischen Roman und ein Ende ist nicht in Sicht.

Mit welcher Ihrer Protagonistinnen würden Sie am ehesten eine Beziehung eingehen wollen? Warum?

Mit Julia, aus meinem Roman „Zwei Seiten“. Sie ist authentisch, humorvoll, reflektiert und geduldig. Und sie sieht dabei auch noch verdammt gut aus. Wer würde mit ihr keine Beziehung eingehen wollen? [lacht]

Was ist für Sie die größte Herausforderung beim Schreiben?

Überarbeiten. Was ich mache, möchte ich gut machen. Aber Überarbeiten kann so viel Zeit in Anspruch nehmen und total nervtötend sein. Es ist frustrierend, wenn du deine Geschichte zum dritten Mal überarbeitest und dein Betaleser, dein Lektor oder du selbst immer noch Fehler findest. Geduld und Hingabe zum Schreiben sind ein Muss. An ersterem muss ich noch etwas arbeiten.

Welchen Ratschlag würden Sie neuen Autoren geben?

Vor allem: Lesen und Schreiben. Lies was du zum Thema schreiben finden kannst und gute Romane. Sie können helfen, den eigenen Stil zu finden. Schreiben ist elementar. Das ist wie wenn man lernt ein Instrument zu spielen. Um wirklich gut zu sein muss, man sehr viel üben. Ein anderer Rat ist, gute Betaleser zu finden. Aber eine Sache ist am wichtigsten: Schreib, weil es Spaß macht. Schreibe niemals, weil du reich oder berühmt werden möchtest. Schreiben ist etwas Wunderbares. Behandle es auch so!

Bekommen Sie eigentlich auch Fan-Post? Falls ja, was war die merkwürdigste oder lustigste Fan-Mail?

Ich bekomme zwischendurch mal Mails von Frauen, aber auch Männern, die meine Geschichten gut fanden. Ich freue mich darüber immer sehr und beantworte natürlich auch jede einzelne Mail.

Merkwürdiges und Lustiges gab es schon mehrfach. Zum Beispiel bekam ich mal eine Mail, in der nichts außerDanke für dieses wundervolle Buch“ und der Name der Absenderin standen. Sonst nichts. Keine Anrede, nicht auf welches Buch es sich bezieht, nichts. Das fand ich schon irgendwie witzig.

Was macht für Sie einen guten Liebesroman aus?

Es ist eine Kombination von unterschiedlichen Dingen. Die Idee muss natürlich gut sein. Dann muss der Autor es schaffen, den Leser mit seinem Schreibstil zu fesseln, und das Lektorat muss selbstverständlich gut sein. Na ja, das gilt wohl für jede Art von Belletristik, schätze ich. Ein guter Liebesroman zeichnet sich durch zwei Protagonisten aus, die eine Menge Hindernisse überwinden müssen, um zusammenzukommen.

Ihre Novelle Richtig verbunden ist ins Englische übersetzt worden. Was war das für ein Gefühl?

Ein gutes Gefühl natürlich. Das eröffnet mehr Möglichkeiten, dass meine Geschichten gelesen werden. Insbesondere Hot Line [die englische Übersetzung von Richtig verbunden] handelt von Dingen, die fast jeder kennt: Einsamkeit, Unsicherheit und Begehren. Was für eine Kombination, ich weiß.

Woran arbeiten Sie im Moment?

An vielen Dingen. Zwei Projekte sind schon fortgeschritten. Zum einen ein historischer Roman (es handelt sich um einen Western) mit dem Arbeitstitel „Ein neues Leben“ und zum anderen arbeite ich an einer in der Gegenwart spielenden Liebesgeschichte mit dem Arbeitstitel „Liebe nach Drehbuch“.

Herzlichen Dank für das interessante Interview.

Interview mit Alison Grey
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