Es ist schon eine Weile her, seit wir zuletzt über die häufigsten Gründe für Manuskriptablehnungen gebloggt haben. Heute möchten wir die Reihe fortsetzen und einen wichtigen Aspekt des Schreibens näher beleuchten: Dialoge.

Hier sind elf Tipps, die beim Schreiben guter Dialoge helfen können.

1) Bitte keine langen Monologe

Lassen Sie Ihre Charaktere keine seitenlangen Reden halten. Ihre Charaktere sollten einander unterbrechen, indem sie eine Frage oder einen Kommentar einwerfen. Oder Sie unterbrechen zu lange Monologe durch das Einfügen von Beschreibungen des Settings oder Mimik und Gestik.

2) Gespräche finden nicht im luftleeren Raum statt

Denken Sie immer daran, dass Sie einen Roman schreiben und kein Drehbuch. Vermeiden Sie also lange Abschnitte, in denen nur gesprochen wird, ohne dass Sie dem Leser mitteilen, was die Charaktere tun oder wo sie sich befinden, während sie sprechen. Im wahren Leben stehen wir nicht bewegungslos da während wir uns unterhalten, sondern bewegen uns im Raum auf und ab, spielen mit dem Clip des Kugelschreibers, gestikulieren, runzeln die Stirn, etc.

Beispiel:

»Verdammt.« Sie raufte sich die lockigen Haare. »Es klappt nicht.«

3) Schilderungen und Dialoge sollen sich die Waage halten

Verfallen Sie auch nicht ins andere Extrem, indem Sie Ihre Dialoge nach jedem Satz unterbrechen. Wenn auf die Frage eines Charakters lange Beschreibungen folgen, bevor das Gespräch dann weitergeführt wird, hat der Leser die Frage schon wieder vergessen, ehe dann der andere Charakter antwortet. Versuchen Sie, eine gute Balance zwischen Dialogen und anderen Schilderungen zu erzielen.

4) Dialoge sollen nicht zu formell sein

Im wahren Leben sprechen Menschen nicht immer in vollständigen, grammatisch korrekten Sätzen. Wenn Sie nicht gerade einen sehr formellen Charakter darstellen möchten, lassen Sie Ihre Charaktere deshalb in unvollständigen Sätzen und teilweise in Umgangssprache sprechen. Aber übertreiben Sie es nicht mit der Benutzung von Dialekten. Der Dialog sollte auch von Personen, die eines Dialekts nicht mächtig sind, immer noch flüssig gelesen werden können. Am besten lesen Sie die Dialoge laut vor, denn so merken Sie am besten, ob Ihre Dialogzeilen natürlich klingen oder nicht.

5) Verwenden Sie indirekte Dialoge

Guter Dialog muss nicht immer direkt sein. Wir beantworten Fragen manchmal mit Gegenfragen, wechseln das Thema, reagieren auf Dinge, die ungesagt im Raum stehen, statt auf das, was laut gesagt wurde – und manchmal schweigen wir auch einfach.

6) Verleihen Sie jedem Charakter individuelle Sprechweisen

Lassen Sie Ihre Charaktere nicht alle identisch klingen. Jeder Charakter sollte sein eigenes Vokabular, Sprechweise, Lieblingsphrasen und andere Angewohnheiten haben, die sein Alter, Geschlecht, Ausbildung und Herkunft widerspiegeln.

7) Lassen Sie Ihre Charaktere nicht übers Wetter sprechen

Schreiben Sie nicht nur Small Talk und langweilige Unterhaltungen.

Beispiel: 

»Lass und doch beim Essen drüber reden.«

»Einverstanden.«

»Wo sollen wir uns treffen?«

»Weiß nicht. Hast du eine Idee?«

»Wie wär’s mit dem Italiener hier gleich ums Eck?«

»Okay. Dann treffen wir uns da um sieben.«

Das kann man einfach zusammenfassen, z.B. so: Sie vereinbarten, sich um sieben beim Italiener ums Eck zu treffen.

8) Dialog sollte immer einen Zweck erfüllen

Statt nichtssagender Unterhaltungen sollte jeder Dialog einen Zweck erfüllen. Und zwar sollte guter Dialog: 

  • Die Handlung vorantreiben: Jede Unterhaltung sollte den weiteren Fortgang der Handlung verändern. Zum Beispiel könnte die Hauptperson im Verlauf der Unterhaltung versehentlich ein Geheimnis weitererzählen, wichtige Informationen herausfinden, Freundschaften schließen oder sich einen Feind machen.
  • Uns mehr über die Charaktere verraten: was eine Person sagt und wie sie es sagt, verrät uns viel über ihre Persönlichkeit.

Beispiel: 

Zwei Charaktere haben dasselbe Ziel, versuchen es aber mit unterschiedlichen Worten zu erreichen:

Charakter A: »Mensch, ist das hier drin kalt.«

Charakter B: »Kannst du mal die Heizung hochdrehen?«

Die Sprechweise kann auch viel über den emotionalen Zustand eines Charakters enthüllen. Wütende Personen verwenden oft kürzere Sätze, Satzbruchstücke und härtere Wörter. Nervöse Menschen kommen manchmal ins Schwafeln.

  • Konflikte erzeugen: Geben Sie Ihren Charakteren ein Ziel, das sie im Lauf der Unterhaltung erreichen wollen, z.B. dem anderen Charakter irgendeine Information entlocken, aber der Gesprächspartner macht das nicht so leicht. Mehr zum Thema Konflikte finden Sie hier.
  • Informationen enthüllen: Ein Gespräch zwischen zwei oder mehr Charakteren kann eine gute Methode sein, um Informationen an den Leser weiterzugeben. Aber vorsicht – schütten Sie den Leser nicht mit Informationen zu und lassen Sie auf keinen Fall einen Charakter dem anderen Dinge erzählen, die beide bereits wissen. Mehr zum Thema Infodump finden Sie hier.

9) Gehen Sie sparsam mit Namen in Dialogen um

Die zu häufige Verwendung von Namen in Dialogen ist für viele Lektoren ein rotes Tuch. Im wirklichen Leben verwenden wir nicht ständig den Namen unseres Gesprächspartners.

10) Falsche Verwendung von Sprecherverben

In Erstlingswerken, aber teilweise auch bei erfahrenen Autoren, findet man häufig die falsche Verwendung von Sprecherverben. Sprecherverben (manchmal auch »Inquit Formel« genannt) sind Verben wie z.B. sagte oder fragte, die den Lesern zeigen, wer gerade spricht. Das Thema Sprecherverben könnte allein ganze Bücher füllen, deshalb widmen wir dem Thema demnächst eigenen Blogartikel.

11) Achten Sie auf korrekte Zeichensetzung

Inkorrekte Zeichensetzung in Dialogen kann Sie ganz schnell als Anfänger entlarven. Auch dieses Thema werden wir in einem eigenen Blogartikel näher erläutern.

Fallen Ihnen außer den genannten Punkten noch weitere Tipps fürs Dialoge-Schreiben ein? Dann teilen Sie uns Ihre Tipps doch einfach in einem Kommentar mit.

Ihnen allen einen schönen Sonntag wünscht

das Ylva Team

11 Tipps fürs Schreiben guter Dialoge
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