Vor kurzem veröffentlichte Ylva den ersten Titel aus Harper Bliss‘ Zwei Herzen-Trilogie: Zwei Herzen Suchend. In diesem Interview spricht sie mit uns darüber, welche Aspekte dieser queeren Trilogie besonders persönlich für sie sind, und was besonders viel Spaß dabei macht, zwei so unterschiedliche Charaktere in Richtung Liebe zu schubsen und miteinander zu vereinen.

Kannst du uns in deinen eigenen Worten erzählen, worum es in deiner queeren Trilogie geht?

Es geht um Anna, eine autistische Frau, die sehr auf ihre Gewohnheiten fixiert ist und Zoe kennenlernt, eine kürzlich geschiedene Mutter, die neu in der Stadt ist. Zoes Ankunft wirft Anna und all ihre sorgfältig geordneten Gewohnheiten völlig aus der Bahn. Bei meiner queeren Trilogie handelt sich um eine langsam aufflammende Romanze in einer Kleinstadt, in der sich die Gegensätze anziehen, mit einer großen Portion niedlicher Hunde und warmer Familienatmosphäre.

Warum hast du dich entschieden, Zwei Herzen als Trilogie und in Form von Novellen zu schreiben?

Weil dieses Buch so persönlich ist, habe ich länger gebraucht, um es zu schreiben, als ich geplant hatte. Zuerst dachte ich, ich würde die gesamte Geschichte in Novellenlänge schreiben, um meinen Abgabetermin einzuhalten. Das hätte jedoch nicht in ein kürzeres Format gepasst, weil es einfach zu viel zu sagen gibt. Also beschloss ich, wie es Schriftsteller gerne tun, mein Gehirn auszutricksen. Die drei Akte, um die ich normalerweise einen Roman baue, habe ich in drei separate Novellen mit drei separaten Abgabeterminen aufgeteilt. So konnte ich auch dem Abschluss besondere Aufmerksamkeit schenken und ein überschwängliches Happy End anstreben.

Anna und Zoe könnten nicht unterschiedlicher sein, und doch entwickeln sie eine tiefe emotionale Bindung. Was ist für dich als Autorin das Schwierigste und das Lustigste daran, zwei sehr unterschiedliche Charaktere romantisch zusammenzuführen?

Das Schwierige und das Lustige sind untrennbar miteinander verbunden. Denn ein großer Teil des Spaßes liegt darin, dass die Charaktere so unterschiedlich sind, was es schwierig macht, sie einander anzunähern – obwohl „schwierig“ nicht das richtige Wort ist, um es zu beschreiben. Es ist eher eine köstliche Herausforderung. So als würde ich mich selbst aus einer Ecke herausschreiben, (in die ich mich selbst manövriert habe), was ich sehr gerne tue.

Annas Autismus und Zoes wachsendes Verständnis dafür sind ein Kernelement der Zwei Herzen-Trilogie. In einer Autorenanmerkung zu deiner queeren Trilogie sprichst du darüber, dass du selbst auf dem Spektrum bist. Haben dich deine eigenen Erfahrung zur Erschaffung von Anna inspiriert?

Als ich Zwei Herzen schrieb, hatte ich mich gerade erst damit abgefunden, selbst Autistin zu sein. Ich verarbeite immer viel beim Schreiben, und dieses Buch hat das auf die nächste Stufe gehoben. Als Annas Familie zum Beispiel versucht, sie davon zu überzeugen, sich professionelle Hilfe im Umgang mit ihrem Autismus zu suchen, habe ich mich selbst davon überzeugt, dasselbe zu tun.

Obwohl sie eine fiktive Figur bleibt, entdecke ich in Anna so viel von mir selbst. Die Art, wie sie ist und wie sie denkt, entspricht weitgehend meinen eigenen Erfahrungen. Es war für mich sehr heilsam, eine Figur wie Anna zu schreiben.

Sprechen wir über Zoe, die voller Leben, Selbstvertrauen und Energie ist. Was hat dich dazu inspiriert, Zoe, eine Frau, die früher für Amazon gearbeitet hat, einen alten Buchladen kaufen zu lassen?

Als Schriftstellerin und Buchliebhaberin habe ich Buchläden schon immer geliebt. Sie sind so ein schöner, gemütlicher, inspirierender Ort. Es hat viel Spaß gemacht, Zoe nicht nur von New York City in eine Kleinstadt ziehen zu lassen, sondern sie auch ihren Job bei einem großen Unternehmen wie Amazon aufgeben zu lassen und sich der Idee hinzugeben, einen Buchladen in einer Kleinstadt zu eröffnen. Und Bücher sind immer ein guter Gesprächsanlass (sogar für Anna!) 😉


Harper Bliss, Autorin der queeren Trilogie "Zwei Herzen"

Nach über sieben Jahren in Hongkong ist Harper Bliss vor einiger Zeit nach Brüssel gezogen, wo sie jetzt mit ihrer Frau und der gemeinsamen, ungemein fotogenen Katze »Dolly Purrton« lebt.

Harper hat zahllose englische Bestseller geschrieben und internationale Preise gewonnen. Sie ist die Autorin von At the Water’s Edge, der French-Kissing-Serie, der High-Rise-Serie und vieler anderer lesbischer Erotik- und Liebesromane. Sie ist die Mitbegründerin von Ladylit Publishing, einem Independent-Verlag, der sich auf lesbische Literatur spezialisiert hat.

Die deutschen Übersetzungen ihrer lesbischen Liebesromane erscheinen jetzt im Ylva Verlag.

Autismus, Verständnis und Liebe – in Harper Bliss‘ queeren Trilogie finden sich zwei sehr unterschiedliche Herzen

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