Französische Lesbe und Aktivistin, Élisabeth Chevillet

Ylva hat die französische Lesbe, Bloggerin und Aktivistin Élisabeth Chevillet eingeladen, gelegentlich unterhaltsame und aufschlussreiche Blogbeiträge darüber zu schreiben, was so in ihrem Leben vor sich geht. In ihrem ersten Beitrag stellt sie sich und ihre Lieblingsunterhaltung vor.


Lasst uns küssen! Die Perspektive einer französischen Lesbe

Aber bevor wir uns küssen, sollte ich mich vielleicht vorstellen.

Mein Name ist Élie Chevillet (sie/ihr). Ich bin eine Frau, ich bin eine Lesbe und ich bin Feministin. Ich arbeite als französische Werbetexterin und kreative Übersetzerin. Vor kurzem habe ich einen Artikel mit dem Titel Hey, ich bin lesbisch. Und wir müssen reden! geschrieben. Darin erzähle ich, wie ich in den 1990er Jahren als Baby-Lesbe in Frankreich aufgewachsen bin und wie sich die Dinge seitdem verändert haben. Aber auch, wie sie sich nicht verändert haben.

So bin ich dem Ylva-Verlag begegnet und das Team bat mich, für ihren Blog zu schreiben. Mit einem unabhängigen, von einer Frau geführten lesbischen Verlag zusammenarbeiten?

Aber Hallo!

Ich weiß, dass ihr sehr auf Wohlfühlbücher steht, also werde ich mein Bestes tun, um sanft zu sein … aber ich könnte auch politisch werden, denn das finde ich wichtig.

Das Persönliche ist politisch

Die Sichtbarkeit von Lesben ist für Gerechtigkeit unerlässlich. Indem wir uns sichtbar machen, indem wir unsere Familien zeigen, zwingen wir die Welt, unsere Existenz anzuerkennen. Wir werfen ein Licht auf die Diskriminierungen, denen wir ausgesetzt sind. Und machen deutlich, dass Lesben toll sind! Ihr habt es erfasst: Ich bin eine Aktivistin. Obwohl das Schreiben meine Lieblingswaffe (und meine Komfortzone) ist, versuche ich auch, die Welt im wirklichen Leben lesbischer zu machen.

Mit einer Gruppe von Freund*innen habe ich eine Gemeinschaft für Lesben und queere Frauen in Augsburg gegründet. L*-AUX bietet einen sicheren Raum für alle Lesben der Stadt. Wir treffen uns einmal im Monat, um zu plaudern, uns auszutauschen, zu lachen, zu weinen, zu trinken, zu tanzen und eine schöne Zeit an einem queerfreundlichen Ort zu verbringen. Außerdem würden wir und andere Queerdos gerne nächstes Jahr den ersten Dyke*March in Augsburg organisieren. Ich bin auch ein glückliches Mitglied im Vorstand von EL*C (EuroCentralAsian Lesbian* Community).

Ich bin kein Klischee und manchmal bin ich es doch

Jetzt, da ihr mich besser kennt, ist es an der Zeit, ein Geständnis abzulegen: Im Gegensatz zu allen anderen Lesben auf der Welt besitze ich weder eine Katze noch einen Hund. Ich weiß… Ich kann eure Enttäuschung nachempfinden, und es tut mir leid, euch sagen zu müssen, dass es noch mehr gibt: Ich bin nicht nach ein paar Wochen mit meiner Freundin zusammengezogen – und auch nicht nach ein paar Monaten. Wir leben auch heute noch getrennt und bezeichnen uns nicht mal als „Freundinnen“ (obwohl ich insgeheim hoffe, dass wir heiraten und bis an unser Lebensende glücklich sein werden). Ich weiß, das ist ziemlich untypisch. Aber glaubt mir, ich gehöre definitiv zum lesbischen Team und ich kann ein echtes Klischee sein. Darf ich es euch beweisen?

  • Mein allerliebster Lieblingsfilm ist Kyss mig, erschienen im Deutschen als Küss mich – Kyss mig. Dieser schwedische Film ist Balsam für meine Seele. Ich kann gar nicht sagen, wie oft ich ihn mir schon angesehen habe (im Grunde jedes Mal, wenn ich Liebeskummer hatte).
  • Es gibt unzählige lesbische Songs, die ich liebe, aber wenn ich jetzt einen Wohlfühlsong auswählen müsste, wäre es definitiv Stay von Njoki Karu. Er ist Teil des Soundtracks eines kenianischen Films namens Rafiki.
  • Das L-Buch, das mir am besten gefällt, ist das Meisterwerk Lesbian Genius von der französischen Journalistin und Aktivistin Alice Coffin. Müsste ich einen Roman wählen, würde ich mich für einen von Sarah Waters entscheiden, Tipping the Velvet. Oder vielleicht The Price of Salt von Patricia Highsmith. Ein weiteres queeres Buch, das ich liebe, ist Darling Days von iO Tillett Wright. Außerdem habe ich gehört, dass Ylva die fantastische Eisköniginnen-Expertin Lee Winter veröffentlicht. Ich kann es kaum erwarten, in ihre Welt einzutauchen.

Ich glaube, wir sollten uns küssen!

Französische Lesbe, Bloggerin, Aktivistin: Élisabeth Chevillet

Zum Abschluss dieses ersten Updates möchte ich meinen liebsten lesbischen Spruch mit euch teilen, den eine von uns einmal als Graffiti in Osteuropa gesehen hat: EVERY LESBIAN KISS IS A REVOLUTION (Jeder lesbische Kuss ist eine Revolution). Ich denke also, wir sollten uns küssen. Ihr auch?

Élisabeth Chevillet

Folgt Élie doch auf Instagram: @eliechevillet

Lasst uns küssen! Die Perspektive einer französischen Lesbe

One thought on “Lasst uns küssen! Die Perspektive einer französischen Lesbe

  • 22. Januar 2022 um 07:41
    Permalink

    Danke für diesen Motto chère Elisabeth! „Lasst uns küssen!“ wollen wir überall zeichnen, malen, singen, tanzen, schreiben, abschreiben, schreien, geniessen, erleben… Ich freue mich schon auf den nächsten Beitrag!
    @anne_robin_masse_h

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